Micro-Insect Cinema
2008/05/04
Moth & Moon by Paul Clipson and Jefre Cantu-Ledesma
“Paul Clipson works with Super-8 film, capturing lush colors, reflections, and movements of natural landscape, in collaboration with sound artist Jefre Cantu-Ledesma, to create ‘a journey into nature, via music, sound and image, within the intimate immensity of a daydream.’”
Nothing People
2007/11/22

Outsider Punk aus einem Kaff in Kalifornien, bisher veröffentlicht in Form von zwei 7″s (immer noch das ideale Format für sowas) bei S-S Records. Etwas rumpelige Monotonie, viel Fuzz, ein Hauch von brüchigem Glamour, anonyme Bandmitglieder und ein Cover mit verschwommenen Außerirdischen in einer Steinwüste. Das alles läuft genau richtig halb links neben der Spur um zu wirken. Eine prima Roxy Music Coverversion gibt’s auch.
“all your troubles come from yourself
nobody hurts you - they don’t care”
Äther
2007/10/20
Die Radiosendung Collective Voice ist prinzipiell sowieso immer wert angehört zu werden, aber die letzte Ausgabe, die inzwischen auch zum download bereitsteht, ganz besonders. Es wurde die Hälfte der dreistündigen Sendezeit auf ein ausführliches Interview und Musik von Liz Harris aka Grouper verwendet. Ihr sanftmütiges Dröhnen aus dem Äther zählt momentan zu meinen absoluten Lieblingsmusiken, insbesondere ihr diesjähriges Album Cover the Windows and the Walls, erschienen bei Jefre Cantu-Ledesmas famosen Root Strata Label, und die auf Type Records wiederveröffentlichte LP Way Their Crept.
Factums
2007/10/03

Mit Lofi Ästhetik wird oft Intimität und Nähe verbunden, vielfach auch mit einem Hinweis auf Authentizität. Die aktuellen Veröffentlichungen der Factums (Alien Native LP/Siltbreeze, See Inside EP/Pollymaggoo) sind jedoch gute Beispiele dafür, wie auf diese Weise Abstand und Fremdartigkeit erzeug wird. Oft klingt es so, als ob die Band im feuchten Keller spielen würde, man selber hört nur, was durch den Fußboden zu einem durchdringt, Stimmen verhallen verzerrt im Nebel aus gedämpftem Feedback. Die meist recht kurzen Stücke bestehen oft aus nicht mehr als einem einfachen Synth- oder Gitarrenriff und rumpeligen Rhythmus unter einem Film aus Störgeräuschen. Ohne größere Dynamik stampft und schlingert die Musik im Grunde nur so dahin, wirkt durch geradezu stumpfe Wiederholung aber letztendlich hypnotisch und entrückt. Dies alles erweckt den Eindruck von vergessenen und nun wiedergefundenen Aufnahmen füher Elektronikexperimente, knisternde Tranistoren und knarzende Oszillatoren, gemischt mit wirrem Postpunk oder No Wave. Die Covergestaltung passt hervorragend dazu, wie Fotografien wie aus den Archiven eines Erforschers vergessener Kulturen und ihrer Rituale.
Sunday Service
2007/09/30
In der ersten Ausgabe von Z-Gun (dem Fachmagazin für “Neo Wave + Paleo Wave” :D) schreibt Ryan Wells in einer kurzen Besprechung des Harmonia Albums Deluxe:
“Think of this as sort of a substitute religious music for folks who have other priorities on Sundays at 10am.”
So wie ich hier in meinem Ohrenbackensessel sitze, dieses Album höre, meinen Frühstückstee schlürfe und durchs Fenster den Schäfchenwolken hinterher winke, ist das einer der treffendsten Sätze, die man überhaupt zu dieser Musik formulieren kann.
Auch ansonsten ist Z-Gun ein lesenswertes Blatt, besonders wenn man Spaß daran hat sich Musik vorzustellen, die man vermutlich niemals zu hören bekommt, weil sie 1980 von Aussteigern im kalifornischen Hinterland aufgenommen wurde.