Peanuts von Charles M. Schulz wird oft und gerne gehuldigt, und das vollkommen zurecht. Meistens wird dabei auf die vielschichtigen Charaktere abgehoben, wie existentielle Probleme durch das Leben von Vorstadtkindern dargestellt werden. Stimmt alles, ein wenig zu kurz kommt dabei aber manchmal die Würdigung von “Sparkys” zeichnerischen Qualitäten. Immer wieder unfassbar, wieviel Emotionen Schulz in ein paar Strichen und Punkten kodieren konnte.


Im Sonntags Strip vom 05.06.1960 treffen Linus und Snoopy auf Lucy, die mit einer Art Dinosaurierknochen Puzzle spielt. Der Moment, in dem Linus den Rhythmus seiner Wort erkennt, der Blick zwischen ihm und Snoopy, der sofort kapiert was los ist. Zu diesem Zeitpunkt war noch lange nicht zu einer so komplexen Persönlichkeit gereift war wie später, aber trotzdem schon die Peanuts-Figur, die am meisten Zugang zum Gefühlsleben anderer hat (auch wenn er das nicht immer freundlich einsetzt).

Aber einem Tänzchen kann er natürlich nicht widerstehen. Eine Welle des Glücks resoniert zwischen den beiden und schaukelt sich hoch zu einer überbordenden Flut - zu diesem Zeitpunkt ist ein euphorischer Ausbruch (auch beim Leser) nicht mehr zu verhindern. “Knee bone connects to the wrist bone” - was für ein Humbug, aber jetzt ist alles egal.

Natürlich werden die beiden dann im letzten Panel des Strips von Lucy aus dem Haus geworfen, dass da jemand ankommt und mit ihrem Spiel mehr Spaß hat als sie geht nun wirklich nicht. Eine unspektakuläre Pointe, aber darauf kommt es nun wirklich nicht an. Die scheinbar ohne Bodenhaftung trippelnden Beine, die Arme bereit alles und jeden um den Hals zu fallen, der Kopf in seliger Verzückung zurückgeworfen. Mir fällt kaum eine andere bildliche Darstellung ein, die hemmungslose Freude so treffend darstellt wie der tanzende Beagle (+ eventuelle Tanzpartner). Life affirmative stuff.

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