Factums

2007/10/03

Mit Lofi Ästhetik wird oft Intimität und Nähe verbunden, vielfach auch mit einem Hinweis auf Authentizität. Die aktuellen Veröffentlichungen der Factums (Alien Native LP/Siltbreeze, See Inside EP/Pollymaggoo) sind jedoch gute Beispiele dafür, wie auf diese Weise Abstand und Fremdartigkeit erzeug wird. Oft klingt es so, als ob die Band im feuchten Keller spielen würde, man selber hört nur, was durch den Fußboden zu einem durchdringt, Stimmen verhallen verzerrt im Nebel aus gedämpftem Feedback. Die meist recht kurzen Stücke bestehen oft aus nicht mehr als einem einfachen Synth- oder Gitarrenriff und rumpeligen Rhythmus unter einem Film aus Störgeräuschen. Ohne größere Dynamik stampft und schlingert die Musik im Grunde nur so dahin, wirkt durch geradezu stumpfe Wiederholung aber letztendlich hypnotisch und entrückt. Dies alles erweckt den Eindruck von vergessenen und nun wiedergefundenen Aufnahmen füher Elektronikexperimente, knisternde Tranistoren und knarzende Oszillatoren, gemischt mit wirrem Postpunk oder No Wave. Die Covergestaltung passt hervorragend dazu, wie Fotografien wie aus den Archiven eines Erforschers vergessener Kulturen und ihrer Rituale.

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