Breaking Ground

2008/08/07


Nickel Tailings No. 32

Nickel Tailings No. 32, Edward Burtynsky

“I remember that on the afternoon when my story truly begins I had been wandering in the marshes between the slagheaps and the Pits where the water’s rainbowed oil and exposed minerals made grasses and flowers in colours of dream. Copper green. Cobalt blue. Oxide red. A lonely place, usually pretty, although often things nested and grew there that sent me stumbling away in disgust.”

Ian R. MacLeod, The Giving Mouth

Müßiggang

2008/06/08

Ganz offensichtlich wird hier gerade nicht besnonders ausgiebig gebloggt. Grund ist: die gesamte Redaktion lenzt träge am Meeresstrand (schön wär’s).

Mervyn Joseph Pius O’Gorman - A Picnic on the Beach, 1913

Micro-Insect Cinema

2008/05/04

Moth & Moon by Paul Clipson and Jefre Cantu-Ledesma

“Paul Clipson works with Super-8 film, capturing lush colors, reflections, and movements of natural landscape, in collaboration with sound artist Jefre Cantu-Ledesma, to create ‘a journey into nature, via music, sound and image, within the intimate immensity of a daydream.’”

Peanuts von Charles M. Schulz wird oft und gerne gehuldigt, und das vollkommen zurecht. Meistens wird dabei auf die vielschichtigen Charaktere abgehoben, wie existentielle Probleme durch das Leben von Vorstadtkindern dargestellt werden. Stimmt alles, ein wenig zu kurz kommt dabei aber manchmal die Würdigung von “Sparkys” zeichnerischen Qualitäten. Immer wieder unfassbar, wieviel Emotionen Schulz in ein paar Strichen und Punkten kodieren konnte.


Im Sonntags Strip vom 05.06.1960 treffen Linus und Snoopy auf Lucy, die mit einer Art Dinosaurierknochen Puzzle spielt. Der Moment, in dem Linus den Rhythmus seiner Wort erkennt, der Blick zwischen ihm und Snoopy, der sofort kapiert was los ist. Zu diesem Zeitpunkt war noch lange nicht zu einer so komplexen Persönlichkeit gereift war wie später, aber trotzdem schon die Peanuts-Figur, die am meisten Zugang zum Gefühlsleben anderer hat (auch wenn er das nicht immer freundlich einsetzt).

Aber einem Tänzchen kann er natürlich nicht widerstehen. Eine Welle des Glücks resoniert zwischen den beiden und schaukelt sich hoch zu einer überbordenden Flut - zu diesem Zeitpunkt ist ein euphorischer Ausbruch (auch beim Leser) nicht mehr zu verhindern. “Knee bone connects to the wrist bone” - was für ein Humbug, aber jetzt ist alles egal.

Natürlich werden die beiden dann im letzten Panel des Strips von Lucy aus dem Haus geworfen, dass da jemand ankommt und mit ihrem Spiel mehr Spaß hat als sie geht nun wirklich nicht. Eine unspektakuläre Pointe, aber darauf kommt es nun wirklich nicht an. Die scheinbar ohne Bodenhaftung trippelnden Beine, die Arme bereit alles und jeden um den Hals zu fallen, der Kopf in seliger Verzückung zurückgeworfen. Mir fällt kaum eine andere bildliche Darstellung ein, die hemmungslose Freude so treffend darstellt wie der tanzende Beagle (+ eventuelle Tanzpartner). Life affirmative stuff.

Travel in style

2008/01/22

Es gibt noch immer viele Freunde der Idee, dass wieder mehr Luftschiffe unsere Himmel bevölkern sollten. Doch warum sehen neuere Entwürfe immer eher aus wie fliegende iPods?

Der kleine Ästhetizist in mir wünscht sich endlich Fortbewegungsmittel, wie sie z.B. ein Francois Schuiten sich vorstellt.

Chilblain Hall

2007/12/22

“Carceri Plate VII - The Drawbridge”, Giovanni Battista Prinaesi

Panel aus Glister #2 (Image Comics); Andi Watson

Nothing People

2007/11/22

Outsider Punk aus einem Kaff in Kalifornien, bisher veröffentlicht in Form von zwei 7″s (immer noch das ideale Format für sowas) bei S-S Records. Etwas rumpelige Monotonie, viel Fuzz, ein Hauch von brüchigem Glamour, anonyme Bandmitglieder und ein Cover mit verschwommenen Außerirdischen in einer Steinwüste. Das alles läuft genau richtig halb links neben der Spur um zu wirken. Eine prima Roxy Music Coverversion gibt’s auch.

“all your troubles come from yourself
nobody hurts you - they don’t care”

http://myspace.com/nothingpeople
http://www.s-srecords.com

Ville contemporaine

2007/11/01

Une ville contemporaine de 3 millions d’habitants (1922)

Äther

2007/10/20

Die Radiosendung Collective Voice ist prinzipiell sowieso immer wert angehört zu werden, aber die letzte Ausgabe, die inzwischen auch zum download bereitsteht, ganz besonders. Es wurde die Hälfte der dreistündigen Sendezeit auf ein ausführliches Interview und Musik von Liz Harris aka Grouper verwendet. Ihr sanftmütiges Dröhnen aus dem Äther zählt momentan zu meinen absoluten Lieblingsmusiken, insbesondere ihr diesjähriges Album Cover the Windows and the Walls, erschienen bei Jefre Cantu-Ledesmas famosen Root Strata Label, und die auf Type Records wiederveröffentlichte LP Way Their Crept.

Gefunden auf Square America, einer immer wieder sehenswerten Website, auf der gefundene Schnappschüsse aus dem Amerika der ersten 3/4 des 20. Jahrhunderts ausgestellt werden:

The Party- Almost 50 photos from one late 60s/early 70s biracial, bisexual, bacchanal.”

Partyfotos auf Deutschlands größtem Suffbild-Portal StudiVZ browsen erschien nie jämmerlicher.